Conrad Electronic – einmal und nie wieder!

Kurz vor Weihnachten gaben wir für meine Mutter eine Bestellung im Onlineshop von Conrad Electronic auf. Dass dies zu einer echten Odyssee und einem der unerfreulichsten Shoppingerlebnisse aller Zeiten werden würde, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Aber erst einmal von Anfang an: meine Mutter bat uns kurz vor Weihnachten, nach einer Kompaktkamera Ausschau zu halten, die sie meinem Vater zu Weihnachten schenken wollte. Das Problem an der Sache war, dass es sich meine Mutter wirklich sehr spät überlegt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren bspw. bei Amazon überhaupt keine einfachen Kompaktkameras mehr zu bekommen. Denn folgende Prämissen sollte die Kamera für meine Mutter erfüllen:

  • ganz einfaches Modell ohne viel Schnick-Schnack
  • Preis idealerweise ca. EUR 100,00
  • einfache Bedienung
  • gute Bewertungen

Diese Bedingungen sollten erfüllt sein, da mein Vater nur eine kleine Kamera benötigte, mit der er mal schnell und einfach ein paar Schnappschüsse machen kann, ohne großartig vorher irgendwelche Einstellungen vornehmen zu müssen. Zudem sollte es nur ein kleines Zusatzgeschenk zu Weihnachten sein. Also durchstöberten wir diverse Onlineshops, doch es war wirklich nicht einfach, noch eine Kamera zu finden, die diesen Prämissen gerecht wurde und noch vor Weihnachten geliefert werden konnte.

Im Onlineshop von Conrad Electronic wurden wir fündig!

Umso erfreuter waren wir, als wir dann im Onlineshop von Conrad Electronic doch noch fündig wurden. Der Shop hatte eine NIKON COOLPIX A10 im Angebot und das auch noch zu einem hervorragenden Preis von unter EUR 80,00. Zudem wurde angezeigt, dass sie verfügbar sei und eine Lieferung bis spätestens 23.12. erfolgen würde. Wir waren begeistert, da wir inzwischen bereits den 21.12. hatten.

Also schauten wir uns im Netz ein paar Bewertung der Kamera an. Sie erfüllte alles das, was meiner Mutter wichtig war. Ein ganz einfach Einsteigermodell, dass auch noch durch die Bank sehr gute Bewertungen erhalten hatte.

Nach kurzer Rücksprache mit meiner Mutter bestellten wir das gute Stück und freuten uns, dass wir doch noch eine Bestellung tätigen konnten, bei der uns ein rechtzeitiger Versand zugesichert wurde.

 

 

Aber wo bleibt die Versandbestätigung?

Es wurde der 22.12. und wir wunderten uns, dass wir noch keine Versandmitteilung erhalten hatten. Gegen 20:30 Uhr erhielten wir dann eine Mail von Conrad Electronic mit der Information, dass die NIKON COOLPIX A10 aktuell nicht verfügbar sei und sich die Lieferung um eine Woche verzögern würde. Wie bitte? Im Onlineshop wurde ganz klar angegeben, dass das Produkt verfügbar sei und bis zum 23.12. geliefert werden würde.

Naja, dies war zwar unglaublich ärgerlich und nicht zu ändern. Also gaben wir meiner Mutter die Info weiter, so dass sie noch einen Gutschein für die Kamera fertig machen und unter den Christbaum legen konnte.

Die Zeit verstrich und es tat sich… nichts!

Also schrieben wir den Kundenservice von Conrad Electronic an und fragten nach, wann wir mit der Lieferung unserer Bestellung rechnen konnten. Am 02.01. erhielten wir dann die Rückmeldung, dass die NIKON weiterhin vergriffen sei und wir in ca. zwei Wochen mit der Lieferung rechnen könnten. So langsam wurden wir wirklich sauer, aber auch daran ließ sich ja leider nichts ändern. Obwohl wir uns mit meiner Mutter bereits berieten, ob wir die Bestellung nicht stornieren sollten.

Da das Angebot bei anderen Onlineshops jedoch immer noch nicht besser war, entschieden wir uns, zu warten, bis Conrad Electronics liefern konnte.

 

 

Mitte Januar und keine Lieferung!

Am 11.01. erhielten wir eine erneute Information zu unserer Bestellung, in der uns mitgeteilt wurde, dass es weiterhin Lieferverzögerungen geben würde und wir in ca. einer Woche mit der Auslieferung unserer Bestellung rechnen könnten. Das war inzwischen schon nahezu unfassbar!

Am 22.01. schrieben wir den Kundenservice erneut an, worauf hin man uns am 23.01. mitteilte, dass das Produkt noch immer vergriffen sei, man es aber direkt nach prognostiziertem Wareneingang in der KW 5 verschicken würde. Dies war um 16:26 Uhr. Um 22:23 Uhr desselben Tages erhielten wir auf einmal eine Versandmitteilung, gefolgt von einer Mail am 24.01., in der uns mitgeteilt wurde, dass man sich geirrt habe und die Kamera noch im Laufe des Tages ausgeliefert werden würde. Wir freuten uns natürlich, verstanden gleichzeitig aber nicht, warum uns zuvor mitgeteilt wurde, dass wir uns weiter gedulden müssten.

Die Freude überwog jedoch, zumindest bis die Lieferung bei meinen Eltern eintraf. Denn das, was geliefert wurde, würden wir als Frechheit bezeichnen. Der Karton der NIKON COOLPIX A10 war nicht versiegelt oder in Folie eingepackt, die Verschlusslasche war total ausgefranst, auf der Rückseite war im Lieferumfang das „Handbuch“ mit einem Edding durchgestrichen und an der Seite des Kartons war die Adresse eines polnischen Importeurs mit einem Aufkleber überklebt und unkenntlich gemacht. Zudem befand sich auf dem Bildschirm der Kamera keine Schutzfolie mehr und der Bildschirm war verdreckt.

Wir konnten daraus nur einen Schluss ziehen: es handelte sich entweder um ein Ausstellungsstück oder um eine Retoure.

 

 

Also wandten wir uns erneut an den Kundenservice und berichteten von den Mängeln. Darauf hin wurde uns ein Foto von der Versandanlage geschickt, das aufgenommen worden war, bevor die Kamera verpackt wurde. Es sollte zeigen, dass der Karton sehr wohl versiegelt war. Ferner teilte man uns mit, dass es sich nicht um ein Ausstellungsstück oder eine Retoure handeln würde.

Diese Mail kam inzwischen nicht mehr vom Kundenservice, sondern aus der Abteilung „Servicemanagement“. Bei genauerer Betrachtung des Fotos konnte man eindeutig erkennen, dass der Karton KEIN Siegel aufwies.

Nachdem wir das Servicemanagement damit konfrontierten (inkl. Fotos vom Karton), wurde uns mitgeteilt, dass man nicht wisse, wie NIKON seine Produkte verpacken würde und schickte uns einen Link zu einem Forum mit, in dem über die Verpackung von NIKON-Produkten diskutiert wurde. Diese Art der Kommunikation war für uns mehr als befremdlich. Ferner teilte man uns mit, dass man am Karton nichts durchgestrichen und überklebt habe.

Wir beharrten natürlich darauf, dass der Karton und im Endeffekt auch die Kamera keinen neuwertigen Eindruck bei uns hinterlassen würde. Daraufhin teilte uns das Servicemanagement am 02.02. Folgendes mit:

„Warum die Verschlusslasche ausgefranst ist, können wir nicht nachvollziehen. Ob der Hersteller eine Versiegelung anbringt, ist uns nicht bekannt. […]

Nochmal zum Verständnis. Wir haben weder auf der Verpackung den ursprünglichen Lieferumfang mit einem Edding-Stift durchgestrichen, noch haben wir eine Adresse überklebt. 

Ferner hat das OLG Hamm mit Urteil vom 16.01.2014 (Az. 4 U 102/13) entschieden, wann eine Ware als gebraucht gilt:
Es gelten Produkte, die nur ausgepackt oder kurz vorgeführt wurden oder gar nur eine beschädigte Verpackung haben, nicht als gebraucht. Gebraucht im Sinne des Gesetzes seien Produkte nur, wenn Sie bereits Ihrer gewöhnlichen Verwendung zugeführt wurden, also bereits benutzt wurden. In diesem Fall kann die Ware dann als Gebrauchtware verkauft werden und auch die Gewährleistungsfrist auf 1 Jahr verkürzt werden.“

Wir haben aus dieser Antwort unsere Schlüsse gezogen, da wir sie sehr entlarvend finden. Aber wir überlassen gerne jedem von Euch, seine eigenen Schlüsse aus diesem Sachverhalt, der Art und Weise der Kommunikation sowie der Zitierung von Urteilen zu ziehen.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

FAZIT Conrad Electronic Onlineshop:

Es gibt für uns nach dieser Erfahrung mit dem Onlineshop von Conrad Electronic nur ein einziges Fazit: Wir werden dort nie wieder etwas bestellen. Wir waren schon enttäuscht, als der avisierte erste Liefertermin nicht eingehalten werden konnte. Und es hinsichtlich unserer Enttäuschung und Erfahrung mit dem Shop auch irrelevant, dass der Bestellwert nur bei unter EUR 80,00 lag, denn selbst bei einer Bestellung im Wert von ein paar Eure erwarten wir ein Mindestmaß an Kundenservice.

Bei einem Onlineshop dieser Größe, zählt Conrad Electronic doch zu einem der größten Elektronik-Fachhändler Deutschlands, wenn nicht gar Europas, erwarten wir, dass die Warenbestände im Onlineshop in Echtzeit angezeigt werden, ggf. auch mit einer Art Ampelsystem, bei dem bald vergriffene Artikel bspw. orange gekennzeichnet werden und nicht grün sowie als verfügbar mit Angabe einer Lieferung noch vor Weihnachten. Warum dies so angegeben war, das kann sich wahrscheinlich jeder selbst denken, denn wir wollen hier ja nichts unterstellen.

Die folgende ständige Verschiebung des Liefertermins sowie die Art und Weise der Kommunikation schlägt dem Fass aber den Boden aus. Es ist schon sehr befremdlich, dass uns an einem Tag mitgeteilt wird, dass wir weiterhin ein bis zwei Wochen auf die Auslieferung warten müssten und auf einmal wird die Bestellung noch am selben Tag in den Versand gegeben? Wenn man dies mit dem Zustand von Verpackung & Co. betrachtet, kann man auch hier Schlüsse ableiten, die wir aber leider nicht beweisen können.

Natürlich wird unsere Vermutung noch gestützt durch die daraufhin folgende Kommunikation mit dem Unternehmen Conrad Electronic. Aber auch hier können wir nur sagen, dass Ihr Eure eigenen Schlüsse ziehen müsst. Vielleicht kommt Ihr ja auch zu einem anderen Ergebnis als wir.

Wir bestellen wirklich sehr viel im Internet und auch schon seit ewigen Zeiten, schon an die 20 Jahre, damals noch mit 128k Modem. Doch so etwas ist uns in alle den Jahren noch nie passiert. Vor allem auch die Arroganz und Überheblichkeit des sogenannten Kundenservices.

Shoppingerlebnis bei Conrad Electronic: unterirdisch, Kommunikation mit dem Unternehmen: unterirdisch, Kundenorientierung & -freundlichkeit: unterirdisch.

Ergo: Kamera befindet sich auf dem Rückweg zu Conrad und wir sind um eine (negative) Erfahrung reicher und werden zukünftig nur noch bei Mitbewerben von Conrad Electronic bestellen, also Amazon.de, Reichelt.de, ELV.de und wie sie alle heißen.

Wir werden diesmal auch keine Bewertung mit unserer Fellnasen-Scala abgeben, da selbst eine Fellnase für den Onlineshop von Conrad Electronic noch zu viel wäre. Leider haben wir keine Grafik mit 0 Fellnasen!

 

Das könnte Dich auch interessieren...

10 Antworten

  1. Daniela Anders sagt:

    Hallo,

    ich selbst habe mit Conrad bisher tatsächlich nur gute, also keine negativen Erfahrungen gemacht. Aber leider ist es wirklich so, dass ganz viele – seltsamerweise vor allem große und bekannte – Händler im Kundenservice immer schlechter werden. Von wegen Kunde = König… das gibt es ganz oft nicht mehr. Schade! Vor allem, weil für mich eigentlich alles mit dem Service steht oder fällt. Kommt mir ein Händler irgendwie doof (also fühle ich mich nicht wertgeschätzt, über den Tisch gezogen oder werde behandelt wie ein Vollpfosten), dann ist für mich dieser Händler ein für allemal erledigt! Und das kann ja wohl nicht erklärtes Ziel sein. Ich habe letztens was bei Futterplatz.de bestellt (Ersatzstämme für unseren abgeratzten Kratzbaum) und bekam doch glatt einen falschen Stamm geliefert. Rücksendungen muss man dort wohl sonst selbst zahlen. Ich habe hingeschrieben, meinem Ärger ein bisschen Luft verschafft (aber natürlich immer nett und sachlich – war aber tatsächlich verärgert, weil wir den Kratzbaum in einer Wochenendaktion komplett neu bestücken wollten, was dann natürlich nicht mehr ging) und gefordert, dass ich so schnell wie möglich das richtige Stämmchen haben möchte und ich für die Rücksendung auf keinen Fall was zahlen werden. Daraufhin kam eine E-Mail mit Entschuldigung und Erklärung, dass der richtige Stamm umgehend versandt wird. Der kam dann auch nach 2 Tage, zusammen mit 4 Päckchen Katzenfutter und einem schönen Katzenkalender und einem Rücksendeschein, bei dem ich nichts zahlen muss. DAS NENNE ICH KUNDENSERVICE! Da fühlt man sich als Kunde ernst genommen, wertgeschätzt und gut aufgehoben. Habe den falschen Stamm dann gleich zurück gesandt mit einem Zettelchen à la „nichts für Ungut…und vielen Dank“.

    Ärgernisse gibt es immer wieder und wo Menschen sind, passieren Fehler. Schön und gut. Wenn man dann aber so behandelt wird, wie Euch das widerfahren ist, dann ist das eben Unverzeihbar… finde ich.

    Toller Bericht – wie immer 😉
    Grüße,
    Dani

    • eicke1978 sagt:

      Hey Dani,

      so wie bei Dir mit Futterplatz.de stellen wir uns eigentlich auch Kundenservice und die Kommunikation mit dem Kunden vor. Und wenn wir einmal richtig schlechte Erfahrungen gemacht haben, ist ein Shop für uns für die Zukunft auch gestorben.

      LG,
      Danny

  2. Karin Genzke sagt:

    Hallo Danny,
    Ich finde es eine Frechheit, wie man bei Conrad als Kunde behandelt wird.
    Das ist eindeutig keine fabrikneu verpackte Kamera. Ich tippe mal auf eine Retoure, da sie plötzlich doch lieferbar war. Aber seine Kunden so abzukanzeln, ist unverschämt.
    Da ich dieses in ähnlicher Form schon aus dem Bekanntenkreis gehört habe, ist für mich klar, bei Conan wird nichts bestellt.
    Liebe Grüße
    Karin

  3. Hallo Danny
    Also da gibt es aber auch nur diese eine Schlussfolgerung. Solche Online Shops dürfen sich bei solchen Frechheiten nicht wundern, dass alle nur mehr bei Amazon bestellen. Kunde ist schon lange kein König, aber das ist echt ein starkes Stück
    PS Conrad mag ich allgemein nicht. Bei uns sind mehr als die Hälfte der Verkäufer im Shop total unfreundlich und immer von einer anderen Abteilung. Wie beim Baumarkt gg
    Liebe Grüße

  4. Wie Ihr schon so richtig bemerkt: es bleibt jedem selbst überlassen, daraus seine Schlüsse zu ziehen. Ich werde das jedenfalls tun…..
    LG Turbo

  5. Das ist ja heftig und kaum zu Überbieten. Frechheit so etwas.
    Dort ist der Kunde jedenfalls kein König.

  6. Tammi Kim sagt:

    Wahnsinn, die Händler versuchen wirklich alles, oder?
    Ich möchte anmerken, dass dies schon kriminell wirkt, ohne dem Händler etwas unterstellen zu wollen.
    Danke für den.Bericht
    Lieben Gruß
    Tammi

  7. Krass! Also Kundenservice ist echt was anderes. Gut zu wissen, dass das da so abläuft. Da bestellt man doch lieber bei der Konkurrenz.

  8. Stephan sagt:

    Ein solches Erlebnis darf man wohl zurecht als negativ benennen und dass sich der Kundenservice mit dem Schutz eines Mitarbeiters so ein Ei legt, ist peinlich.
    Was mir hier fehlt, wäre eine Info, ob das Conrad-Angebot eine Adventsaktion oder ein Restbestand o. ä. war. Die spontane Lieferung könnte ich mir erklären, dass dieser Karton tatsächlich ein Vorführgerät enthält und er irgendwo hinter anderen gelandet war. Das würde die ausgefranste lasche und mit etwas Fantasie auch das fehlende Handbuch erklären.

    Ansonsten muss ich sagen, dass ich in Conrad bisher einen fähigen Händler mit Fachpersonal sehe, der maximal mit seinem Online-Katalog sehr schlampig ist. Ausnahmefälle gibt es natürlich immer.

Hinterlasse uns einen Kommentar!