KAZAM Thunder Q4.5 im Test

KAZAM Thunder (2)

Wir durften das neue Smartphone KAZAM Thunder Q4.5 testen. Das Gerät wurde uns freundlicherweise für den Testzeitraum kostenlos überlassen.

Allgemeine Infos zu KAZAM:

KAZAM ist ein relativ junger Hersteller von Smartphones, der 2013 in Großbritannien gegründet wurde. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Gradlinigkeit und Einfachheit der entwickelten und produzierten Geräte.

KAZAM whiteKAZAM stellt als großen Vorteil gegenüber den Weltkonzernen heraus, dass das Unternehmen noch relativ klein und dadurch sehr viel flexibler als die Big Player ist.

Dadurch kann es sich auch viel einfacher den Gegebenheiten bzw. Besonderheiten der jeweiligen Märkte anpassen, in denen es aktiv ist.

Das Unternehmen sagt von sich selbst, dass es für gute und robuste Qualität sowie ein intuitives Design steht. Dies wollten wir unter anderem im Rahmen unseres Tests des KAZAM Thunder Q4.5 überprüfen.

Weitere Infos zum Unternehmen findet Ihr HIER.

 

Allgemeine Infos zum KAZAM Thunder Q4.5:

Technische Daten des Geräts:

  • KAZAM Thunder (3)Größe: 136 x 64,6 x 8,9 Millimeter
  • Gewicht: 137 Gramm
  • Bauform: Barren
  • Touchscreen: 4,5 Zoll (11,4 Zentimeter Diagonale), Auflösung mit 854 x 480 Pixel (218 ppi)
  • Netze: GSM 850/900/1800/1900MHz, UMTS 900/2100 MHz
  • Schnittstellen: WLAN (b/g/n), USB 2.0, Bluetooth 4.0, 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse
  • Betriebssystem: Android 4.2.2 (Stand August 2014)
  • Prozessor: 1,3-GHz-Quad-Core, Mediatek (MT6582M)
  • Speicher: 1 GByte RAM, 4 GByte Flash, erweiterbar per microSD (um bis zu 32 GByte)
  • Kamera: 8 Megapixel, Autofokus, Blitzlicht, 2,0-Megapixel-Frontkamera für Video-Telefonie
  • Media-Player: ja
  • GPS: ja
  • Akku: 1.800 mAh
  • Besonderheiten: zweiter SIM-Kartenslot
  • Farben: schwarz
  • Marktstart: ca. Mai 2014
  • Herstellerpreis: 189 € (ohne Vertrag, Stand August 2014)

 

Erster Eindruck vom KAZAM Thunder Q4.5:

Das KAZAM Thunder Q4.5 wird in einem schlichtem Karton geliefert. In der Packung sind die üblichen „Handy-Zutaten“ enthalten:

  • Smartphone
  • Ladegerät
  • Datenkabel
  • Akku
  • Kurzanleitung

Nach dem Auspacken werden eine oder zwei SIM-Karten und der Akku nach Entfernen des Akkudeckels ins Gerät eingesetzt. Der Akkudeckel ist von den ersten Eindrücken her ausreichend stabil und sitzt auch fest im eigentlichen Gerät. Zudem ist der Akkudeckel leicht gummiert, wodurch er rutschhemmend wirkt.

KAZAM Thunder (11)Die gesamte Gehäuseform ist rundherum leicht abgerundet und liegt gut in der Hand. Auffällig ist das für die Größe recht leichte Gewicht, dieses kann durch die weitgehend verwendeten Kunststoffmaterialien erklärt werden.

Ein schnörkelloses und schlichtes Grunddesign machen es sehr gefällig und neutral, einzig das großflächige Logo auf der Rückseite sticht hervor.

Gerade dieses Logo des Herstellernamens „KAZAM“ und einem großen Stern wirkt im ersten Moment wie ein russisches KGB-Handy ;-). Es ist wohl auch eine Anspielung auf den Slogan „gnadenlose Logik ist revolutionär„.

Das Display an sich ist jedoch etwas kleiner als die große Fläche der Frontseite es im ersten Moment erscheinen lässt. Gerade oben und unten wurde sehr viel Platz „verschenkt“.

 

Einschalten, Einrichten und erste Schritte mit dem KAZAM Thunder Q4.5:

KAZAM Thunder (7)Das Einschalten funktioniert exakt nach dem gleichen Schema wie bei allen Android-Geräten: einen Moment den Power-Knopf drücken und das System startet. Auf dem Display wird beim Hochfahren das von der Rückseite bekannte KAZAM-Logo mit dem Stern dargestellt.

Beim ersten Start wird der obligatorische Einrichtungsassistent des Android-Systems gestartet und führt den Nutzer durch die Ersteinrichtung. Dieser Assistent ist mittlerweile jedem Android-Nutzer schon einmal begegnet.

Es ist jedoch direkt auffällig, dass die Farben im Display etwas „flauer“ als bei anderen Herstellern wirken. Auch die Schriftdarstellung ist nicht so scharf.

Erfreulich ist jedoch, dass das Android nahezu unangetastet gelassen wurde. Es präsentiert sich ohne viele vorinstallierte Apps (im Gegensatz zu z.B. Samsung, HTC etc.), auch ist keine zusätzliche Benutzeroberfläche über das Android-System gestülpt worden, die zusätzlich an der Leistung des Gerätes zehren würde.

KAZAM Thunder Screenshots (23)Bei genauem Anschauen der Systeminformationen zeigt sich jedoch, dass nicht die aktuellste Version von Android hier ihr Werk verrichtet. Es ist Android 4.2.2 vorinstalliert und auch nach einem sofortigen OTA-Systemupdate bleibt es bei dieser Version.

In Kombination mit dem MediaTek MT6582M Quadcore-Prozessor, der mit 1.300 MHz getaktet ist, sowie dem 1 GByte Arbeitsspeicher arbeitet das Smartphone ohne zusätzliche Apps ausreichend flott und zügig.

Wenn jedoch nicht zwei SIM-Karten im KAZAM Thunder Q4.5 stecken, wird bei jedem Anschalten die SIM-Karten-Fehlermeldung angezeigt, dass die Karte im Slot 2 nicht erkannt wurde. Dies ist irgendwie lästig, aber nicht wirklich weltbewegend, einfach wegschnippsen und gut ist.

 

Tiefergehende Tests mit dem KAZAM Thunder Q4.5:

Die schon zu Beginn auffällig flaue Darstellung des Bildschirminhalts zieht sich durch alle Bereiche des Smartphones. Sie liegt also tatsächlich am Display und nicht an eventuellen Stromsparmaßnahmen. Die Displayhelligkeit ist als gerade ausreichend zu bezeichnen, aber eben das ist oft ein Zeichen recht günstigen Handys. In heller Umgebung ist das Ablesen des recht spiegelnden Displays schon eine wirkliche Herrausforderung.

KAZAM ThunderAuflösungstechnisch ist das Kazam Thunder Q4.5, bei seiner 4,5 Zoll Bildschirmdiagonale, doch sehr bescheiden, da bieten andere Hersteller dieser Preisklasse weit mehr. Die Auflösung von 480 x 854 Pixeln ist schon etwas – gelinde gesagt – vorsintflutlich und deutlich zu erkennen.

Die Blickwinkel-Stabilität ist ausreichend, jedoch beim Blick von der Seite auf das Display erscheint der Kontrast und die Farbdarstellung noch erheblich schlechter als beim direkten Blick von vorne.

Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 8 Megapixeln und macht erträgliche Schnappschüsse bei ausreichender Helligkeit, jedoch tendiert das Foto immer zu einem gewissen „Rauschen“. Auffällig ist der zeitweilig extrem hektische und unpräzise arbeitende Autofokus, der das schnelle Aufnehmen von Bildern schon zu einer echten Geduldsprobe werden lässt.

Zu der 2-Megapixel-Frontkamera muss an sich kein Wort verloren werden, diese tut zwar ihren Dienst, aber mehr auch nicht – matschige, flaue und grieselige Bilder sind das Ergebnis. Für mehr als eine Skype-Sitzung möchte man diese wirklich nicht nutzen.

KAZAM Thunder Screenshots (3)Die 4 GByte interner Speicher sind schon nicht viel, jedoch steht nirgends auf der Verpackung dass sich Android ebenfalls darauf „breit macht“ und somit nur weniger als 2 GByte Speicherplatz wirklich frei sind.

Da hilft nur das Erweitern des Speichers über eine mircoSD-Karte. Wir setzten eine 32 GByte Class 10 Speicherkarte von Sandisk ein. Diese wurde problemlos erkannt und verwendet. Trotz alledem ist der interne Speicher einfach viel zu winzig, wenn alleine eine App wie Facebook allein schon ca. 100 MByte benötigt und das ohne Cache-Speicherplatz gerechnet.

Gerade der Cache-Speicherbedarf wächst bei jedem Android-System nach und nach immer weiter, je nachdem welche Apps installiert wurden und wie sie genutzt werden. Somit kann bei diesem winzigen internen Speicher ganz schnell Platznot herrschen.

Alltägliche Anwendungen wie Surfen im Internet, Facebook, Whatsapp, Musik, Video und so weiter erledigt das KAZAM Thunder Q4.5 völlig unbeeindruckt, ohne zu ruckeln und zu stocken.

Bei Anwendungen mit einem hohen Bedarf an Hardwareleistung (insbesondere bei aufwändigen Spielen oder 3D-Anwendungen) merkt man dem Smartphone jedoch seinen günstigen und etwas „schwachbrüstigen“ Prozessor an.

Die Zugriffszeiten und Schreibgeschwindigkeiten auf die microSD-Karte sind vollkommen in Ordnung, da reit sich das KAZAM in einer ganzen Batterie von anderen Geräten der Konkurrenz ein und fällt nicht negativ auf.

 

Telefonieren mit dem KAZAM Thunder Q4.5:

KAZAM Thunder (7)Grundlegend besitzt das KAZAM Thunder Q4.5 zwei getrennt voneinander, aber simultan arbeitende SIM-Karten-Systeme. Somit ist die Erreichbarkeit über zwei verschiedene Mobilfunk-Anbieter oder Tarife zur gleichen Zeit möglich. Ebenso lassen sich bestimmte Telefonnummern im Telefonbuch des Handys einer bestimmten SIM-Karte fest zuordnen. Eine Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Anrufen ist so genau möglich.

Auch die Anzeige der Signalstärke ist für jeden der beiden „Anschlüsse“ separat in der Statusleiste aufgeführt. Nach der Eingabe einer nicht gespeicherten Nummer besteht immer die Möglichkeit, zwischen Leitung 1 oder Leitung 2 zu wählen.

Die Sprachqualität ist im Großen und Ganzen recht gut, alles ist verständlich und es gibt auch bei recht geringer Empfangsqualität keine starken Störungen.

Negativ ist jedoch der Lautsprecher für die Freisprechfunktion hervorzuheben. Dieser klingt einfach zu „blechern“ und ist oft zu leise. So endet ein Gespräch über die Lautsprecher-Funktion meistens damit, dass man das KAZAM Thunder Q4.5 trotzdem in der Hand und Richtung Ohr hält. Dies ist ja nicht wirklich Sinn der Sache.

Auch das beigelegte Headset ist eher als rudimentär zu bezeichnen. Es verrichtet seinen Dienst, jedoch in einer solch scheppernden und dürftigen Qualität, dass man sich augenblicklich ein Neues kaufen möchte.

 

Akkulaufzeit des KAZAM Thunder Q4.5:

Da das Gerät einen Akku mit 1.800 mAh verwendet, sollte schon klar sein, dass das Telefon nicht unendlich lange Laufzeiten bieten kann. Der Hersteller gibt eine Gesprächzeit von neun Stunden sowie eine Standbyzeit von acht Tagen an.

KAZAM Thunder (10)In der Realität sieht es aber so aus, dass das KAZAM Thunder Q4.5 nach einem durchschnittlichen Wochentag mit Arbeit, Pendelzeit je nach Nutzungsverhalten bei uns zwischen 20% und 10% Akkukapazität übrig hat.

Das klingt im ersten Moment katastrophal, aber man muss bedenken, dass der Akku verhältnismäßig leistungsschwach und so ein großes Display ein mächtiger Energiefresser ist. Somit erklärt sich auch der rapide Stromverbrauch.

Es ist auffällig, dass die Bluetooth-Schnittstelle wohl zu den größten Verbrauchern im KAZAM gehört, denn kaum ist diese aktiviert, kann man förmlich die Prozente purzeln sehen. Soetwas ist wirklich unschön, da somit die Freisprechfunktion im Auto bei langen Fahrten schnell damit endet, dass das KAZAM Thunder Q4.5 plötzlich aus Strommangel ausgeht.

Völlig ungeeignet ist dieses Smartphone für längere Navigationen auf reinem Akkubetrieb. Da kommen Faktoren zusammen, die dem kleinen Akku wirklich nicht gefallen: permanenter GPS-Empfang, hohe CPU-Auslastung durch das Berechnen der Route und das dauerhaft angeschaltete Display. Das Handy ist so nach knapp einer Stunde mit der Navigon-App leer. Für solche Einsätze muss also zwingend ein KFZ-Ladegerät benutzt werden.

Entsetzlich ist jedoch die Ladezeit des Akkus. Das mitgelieferte Ladegerät schaffte es gerade so in 5 Stunden den leeren Akku auf 100% aufzuladen. Die Verwendung eines 2,5 A-Ladegerätes vom Tablet brachte auch keine signifikante Verbesserung der Ladezeit. Da stellt sich dann die Frage, warum das bei dieser kleinen Akkukapazität so lange dauert? Dies ist und bleibt für uns unerklärlich.

 

Fazit KAZAM Thunder Q4.5:

An sich ist das Kazam Thinder Q4.5 ein recht solides Einsteiger-Smartphone. Jedoch sollte man sich der Schwächen und Ausstattungsmerkmale bewusst sein: schlapper Akku, mäßiges Display, unterdurchschnittliche Kamera und wirklich wenig Speicherplatz stehen guter Verarbeitung, gefälligem Design und im Großen und Ganzen einer flotten Arbeitsgeschwindigkeit gegenüber.

KAZAM Thunder (4)Leider muss man aber sagen, dass man für 190 € bei weitem bessere Geräte kaufen kann, die nicht ganz so viel veraltete oder abgespeckte Technik verbaut haben.

Das große Display ist ja einerseits wirklich schön, doch gerade mit der geringen Auflösung und der mauen Blickwinkelstabilität sorgt es eher für einen leichten Verdruss, wenn man jemals ein ähnlich teures Gerät anderer Hersteller in der Hand hatte.

Auch gute Ideen wie die Fernwartung und der einmalige kostenlose Display-Tausch bei einem Schaden können nicht ganz über die grundlegenden Schwächen hinwegtäuschen.

Kurz zusammengefasst würden wir das KAZAM Thunder Q4.5 als „Citroen 2CV Ente der Smartphone-Szene“ bezeichnen. Es hat seinen Platz im Markt und sicher auch seine Liebhaber, aber jeder Käufer sollte sich im Klaren sein, dass es für das gleiche Geld auch bessere Smartphones gibt.

Insgesamt erhält das KAZAM Thunder Q4.5 als „Einsteiger-Smartphone“ wirklich gut gemeinte drei von fünf Fellnasen:

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