Unser Kurztripp: Südschweden
Nachdem wir um 7:30 Uhr mit der TT-Line „Peter Pan“ in Trelleborg eintrafen, machten wir uns direkt auf den Weg nach Malmö, da Trelleborg selbst nicht wirklich „touristische Highlights“ zu bieten hat :-).
Da wir nicht genau wussten, wo wir unsere Malmö-Erkundung starten sollten und unser Navi das neue Wahrzeichen der Stadt, den Wolkenkratzer „Turning Rorso“, als erstes anzeigte, entschlossen wir uns, dort unsere Tour zu starten.
1. Station Südschweden – Malmö:
Malmö ist mit knapp 313.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Schwedens (nach Stockholm & Göteborg) sowie die Hauptstadt der Provinz Skåne. In den 90er Jahren war die Stadt einem wirtschaftlichen Niedergang ausgesetzt, gehört aber seit der Eröffnung der Öresund-Brücke wieder zu den Boom-Regionen Schwedens. Die Öresund-Brücke verbindet Kopenhagen mit Malmö. Die Stadt ist auch als „Green City“ und „Stadt der Nachhaltigkeit“ bekannt.
Der Turning Torso:

Hier starteten wir unsere Erkundungstour. Leider waren wir doch außerordentlich enttäuscht. Das Gebäude darf nicht besichtigt werden (nur in Gruppen nach vorheriger Anmeldung) und um den Turning Torso herum gibt es nichts, wirklich gar nichts. Nur moderne – und mit Verlaub nicht besonders schöne – Neubauten mit Wohnungen und Büros (Werbeagenturen etc.) sowie Gewerbegebiete.
Natürlich ist es ein wenig imposant vor dem Gebäude zu stehen. Aber ganz ehrlich: es reicht vollkommen, wenn man den Turning Torso aus der Ferne (z.B. aus der Altstadt) betrachtet. Also: schnell ein Foto geschossen und dann Richtung Altstadt gestartet.
Lilla Torg:

Doch muss man wissen, dass man in den schwedischen Parkhäusern sofort zahlen muss, also nicht erst mit dem Ticket, wenn man das Parkhaus wieder verlässt. Die Parkgebühren haben es auch in sich, ca. EUR 1,10 für 20 Minuten. Leider akzeptieren die Parkhäuser keine ausländischen Kreditkarten, sondern nur Bargeld (keine Scheine, nur Münzen).

Dort entdeckten wir auch wieder die Café-Kette „Espresso House“, die wir schon aus Göteborg kannten. Der Kaffee, die Kuchen, Bagels und Baguettes sind unglaublich lecker. Das Bestellsystem ist ähnlich wie bei Starbucks. Wir waren während unseres Trips mehrfach in den Cafés dieser Kette (auch in Lund). Das Personal ist immer freundlich und hilfsbereit. Dort wechselten wir auch immer Geld, um unsere Parkzeit zu verlängern :-).
Stortorget:

Ferner ist auf dem Platz, der auch sehr schön mit Tulpen und Hyazinthen begrünt ist, einen „Sagen-Brunnen“, der – wenn er in Betrieb ist – schwedische Sagen „erzählt“.
St. Petri Kirche:

Gerade erhält die Kirche eine neue Orgel. Nach deren Fertigstellung beherbergt St. Petri die größte Kirchenorgel Skandinaviens. Im Inneren der Kirche sind viele berühmte Söhne und Töchter der Stadt begraben. Ferner findet sich dort ein reichlich verzierter Hochaltar.
Was wir sehr interessant fanden, war die Auflistung aller Pastoren, seit Gründung der Gemeinde, beginnend mit Niels Svendsen im Jahr 1274 und endend mit dem aktuell tätigen Pastor Göran Wrangö Callmer (seit 2008).
Der neue Central-Bahnhof und die Touristeninfo:

Gegenüber vom Bahnhof befindet sich die Touristeninfo. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit und wie in Schweden üblich, spricht in der Regel mindestens ein Mitarbeiter auch deutsch. Falls dies nicht der Fall ist, kommt man exzellent mit Englisch weiter.
Dort kann man sich auch deutschsprachige Broschüren und Stadtpläne mit Besichtigungsrouten mitnehmen.
Schloss Malmöhus mit Schlosspark & Stadtbibliothek:
Über einen kleinen historischen Stadtfriedhof neben dem Gustav Adolfs Torg, der sehr schön angelegt ist, gelangt man in den Malmö Slottspark, an derem Ende sich das historische Malmöer Schloss „Malmöhus“ befindet.

Der Park ist sehr schön begrünt und bepflanzt und lädt zum Spazieren sowie Relaxen ein. Hier kann man ganz wunderbar die Seele baumeln lassen und sich von der Erkundungstour ausruhen. Viele Einwohner Malmös genießen auf den Wiesen auch die Sonne.
Linksseitig vom Parkeingang befindet sich die Malmöer Stadtbibliothek, die in einem historischen Gebäude mit einem modernen Glasanbau untergebracht ist. Hier funktioniert das Konzept „Historie trifft Moderne“ hervorragend, da die beiden Gebäudeteile auf ganz wunderbare Weise miteinander harmonieren.
Das Malmöhus selbst, also das Schloss bzw. die alte dänische Festung, war für uns dann doch eher enttäuschend, da sich dort aktuell eine Großbaustelle befindet. Im Frühjahr 2015 eröffnet in dem historischen Gebäude ein neues Aquarium, das auch ein neues touristisches Highlight werden soll.
Weitere Sehenswürdigkeiten Malmös:
Neben den vorgestellten Sehenswürdigkeiten bietet Malmö noch einige Highlights mehr, wie bspw. die Kunsthalle, das Moderna Museet Malmö (Ausstellung moderner und zeitgenössischer Kunst im ehemaligen Elektrizitätswerk der Stadt), den Volkspark mit vielen Cafés und Restaurants, die Badeanstalt Ribersborg oder den Möllevangstorget (Marktplatz mit diversen internationalen Ständen, da in Malmö Menschen aus 174 (!) Nationen leben).
Die Altstadt von Malmö kann man ganz hervorragend per pedes erkunden, da sie doch sehr „überschaubar“ ist. Man findet eigentlich an jeder Ecke nette Cafés und Geschäfte (Malmö gilt auch als Einkaufsstadt). Nachdem wir die Altstadt besichtigt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station in Südschweden.
Weitere Infos zu Malmö findet Ihr hier.
2. Station Südschweden – Herrenhof Katrinetorp Landeri:
Etwas außerhalb von Malmö liegt der Herrenhof Katrinetorp Landeri. Im endenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wurde es Mode, dass sich erfolgreiche, wohlhabende Kaufleute Landsitze zulegten, die sie als Sommersitz und zur eigenen Versorgung mit Obst und Gemüse nutzten. Katrinetorp Landeri ist ein solches Landgut, das inzwischen der Stadt Malmö gehört und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wurde.

In der Scheune befindet sich ein kleiner Shop, in dem hochwertiges Porzellan, Bücher und Bio-Produkte angeboten werden. Ferner beherbergt sie wechselnde Ausstellungen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs wurden Modelle von Nachwuchsarchitekten zum Thema „nachhaltiges Bauen und Wohnen“ ausgestellt.

Hinter dem Haupthaus befindet sich ein Garten, der ebenfalls wieder in den Zustand versetzt wurde, wie ihn der Erbauer des Katrinetorp seinerzeit hat anlegen lassen. Der Herrenhof wurde im übrigen nach der Frau des Erbauers Katharina benannt.
Nachdem wir auf dem Landsitz ein wenig Zeit verbracht hatten, machten wir uns auf den Weg in die Universitätsstadt Lund.
3. Station Südschweden – Lund:
Lund ist eine der ältesten Städte Schwedens und wurde bereits um das Jahr 990 vom dänischen König Sven Tveskägg gegründet. Noch heute folgen die Straßen der Innenstadt dem mittelalterlichen, ursprünglichen Straßennetz.
Auch in Lund kann man die Altstadt sehr gut zu Fuß erkunden. Eine Karte mit einem Vorschlag für einen Rundgang erhält man in der Touristeninfo, die sich direkt am Hauptplatz in der Innenstadt, dem Stortorget, befindet. In Lund finden sich ebenfalls ausreichend Parkmöglichkeiten.
Domkyrkan:
Wir starteten unseren Rundgang am Dom der Stadt Lund, der im romanischen Stil erbaut wurde. Der Hochaltar wurde im Jahr 1145 geweiht. Südlich des Doms befindet sich das Besucherzentrum, das Domkyrkoforum, in dem man viele Informationen rund um die Geschichte des Doms erhält.
Universitetsplatsen:

Viele Fakultäten sind in historischen Gebäuden untergebracht, die nicht originär für die universitäre Nutzung gebaut wurden, wie zum Beispiel auch das Kungshuset, also das Königshaus, das seinerzeit als Stadtpalais für den König erbaut wurde.
In der Mitte des Universitätsplatzes befindet sich ein sehr schöner Springbrunnen.
Hökeriet:
Hökeriet ist der älteste Kolonialwarenladen Lunds, der sich in einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1815 befindet. Leider war er zum Zeitpunkt unseres Besuchs geschlossen, Durch die Fenster konnte man aber sehen, dass die gesamte Einrichtung und das Inventar noch aus dem 19. Jahrhundert stammen.
Heute kann man dort Essen und Kunsthandwerk kaufen. Zudem gibt es auch noch einen kleinen Gastronomiebereich.
Universitetsbiblioteket:

Aktuell ist das komplette Gelände auch eine große Baustelle, da die Bibliothek erweitert wird.
Botaniska Trädgarden:

Der botanische Garten scheint auch einer der Treffpunkte der Studenten der Stadt zu sein. Da wir ja traumhaft schönes Wetter hatten (ca. 25 °C), waren alle freien Wiesen auf dem Gelände bevölkert mit Studenten, die dort lernten, lasen, relaxten oder einfach in der Sonne badeten.
Kulturen:

In dem Museum befinden sich außerdem 20 Ausstellungen.
Leider war der Bereich schon geschlossen, als wir dort ankamen. Doch was wir über die umschließenden Mauern sehen konnten, lässt vermuten, dass man sich dieses Freilichtmuseum unbedingt anschauen sollte. Daher unser Tipp: startet dort mit der Erkundung Lunds.
Saluhallen:
Die Saluhallen ist die historische Markthalle Lunds aus dem Jahre 1909. Dort kann man ganz hervorragend schwedische Lebensmittel, Getränke und Delikatessen kaufen.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
Neben den vorgestellten Sehenswürdigkeiten bietet Lund noch viel mehr, wie zum Beispiel das Skissernas Museum (für Kunst im öffentlichen Raum), das Vattenhallen Science Center, die Lunds Konsthall, die Drottens Kyrkoruin (Ruine der zweitgrößten mittelalterlichen Kirche Lunds) oder das Livets Museum (Museum über den menschlichen Körper).
Weitere Infos zu Lund findet Ihr hier.
Leider neigte sich unser Südschwedenausflug bereits dem Ende hin, so dass wir uns wieder zurück auf den Weg nach Trelleborg machen mussten, jedoch nicht, bevor wir uns im „coop KONSUM“ noch mit ein paar leckeren schwedischen Schweinereien, wie zum Beispiel Marabou- & KEX-Schokolade, ONOS-Marmelade und Ekströms Vaniljsas, versorgt hatten :-).
FAZIT Südschweden:
Wir sind und bleiben absolute Schwedenfans. Auch Südschweden hat uns begeistert, nachdem wir im letzten Jahr bereits in Göteborg waren. Als nächstes dürfte dann wohl endgültig Stockholm auf dem Plan stehen.

Es gibt noch so viel zu entdecken, wie zum Beispiel Helsingborg & Kullahalbinsel, die Bjärehalbinsel & Ängelholm, Ystad, Kristianstadt, Karlskrona & Ronneby… die Liste könnten wir wahrscheinlich unendlich fortsetzen.
Wir werden wohl auch nicht das letzte Mal in Südschweden gewesen sein. Ein Tag ist einfach viel zu kurz, um die ganze Pracht und die vielen Möglichkeiten dieser schwedischen Provinzen erkunden zu können.
Wir sind auch in Südschweden ganz verliebt. Die Menschen sind unglaublich freundlich und aufgeschlossen. Und wenn man aus den Städten herausfährt, sieht man Rapsfelder, kleine Hofansammlungen und Windmühlen soweit das Auge reicht.
Wir hoffen, wir konnten Euch ein wenig mit unserer Begeisterung anstecken :-).


Schöne Bilder hast du da gemacht! LG Olga
Vielen Dank :-).
das hört sich ja alles super spannend an, danke für den tollen bericht! gglg
Sehr gerne :-). Schweden ist im Frühjahr, wenn auch noch tolles Wetter herrscht, einfach traumhaft :-).